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Wandern im Oberpinzgau: meine ehrlichen Lieblingstouren rund um die Krimmler Wasserfälle

Ich lebe seit Jahren hier, am westlichen Ende des Salzburger Landes, wo die Hohen Tauern den Himmel kleiner machen. „Oberpinzgau" sagt den meisten Gästen vorher nichts — und genau das ist das Schöne daran. Sechs Dörfer reihen sich hier auf, alle am Rand des größten Nationalparks der Alpen, und dazwischen liegen Wanderwege für wirklich jede Kondition: von der kinderwagentauglichen Seerunde bis zum vergletscherten Dreitausender. In diesem Beitrag teile ich die Touren, die ich Gästen wirklich empfehle — mit den ehrlichen Hinweisen, die in keinem Hochglanzprospekt stehen.

Mein Sohn am Geländer des Panoramawegs, mit Regenbogen in der Gischt der Krimmler Wasserfälle

Warum die Region (fast zu) gut zum Wandern ist

Krimml, Wald, Neukirchen, Bramberg, Hollersbach und Mittersill liegen wie an einer Perlenkette am oberen Salzachtal — und alle grenzen an den Nationalpark Hohe Tauern, mit 185.600 Hektar das größte Schutzgebiet der Alpen. Das heißt: Murmeltiere und Steinböcke, tosende Wasserfälle, Smaragde im Berg und Gipfel jenseits der 3.000 Meter — und trotzdem nie das Gedränge mancher Tiroler Hotspots. Wer eine Ferienwohnung in der Region als Standquartier nimmt, hat das alles in 20 Autominuten vor der Tür.

Die Krimmler Wasserfälle — und mein ehrlicher Anti-Tipp

Man muss sie gesehen haben. Die Krimmler Wasserfälle sind mit 380 Metern Fallhöhe die höchsten Österreichs und die größten Europas — drei Stufen, über die die Krimmler Ache donnernd ins Tal stürzt. Bis zum Kürsingerplatz an der untersten Stufe ist der Zugang barrierefrei angelegt — also auch mit Kinderwagen machbar, und schon von dort ist das Schauspiel überwältigend.

Wer die Fälle ganz hinaufwandern möchte (gut 4 Kilometer und rund 380 Höhenmeter, etwa zweieinhalb Stunden hin und retour), hat zwei Möglichkeiten: den bekannten Panoramaweg mit seinen Aussichtskanzeln — spektakulär, im Hochsommer aber gut besucht — oder, mein persönlicher Favorit für ruhigere Stunden, den alten Tauernweg links der Fälle: gleiche Wassergewalt, halb so viele Menschen. Beide führen hinauf zum Gasthaus Schönangerl auf 1.306 Metern und weiter zum oberen Hafen beim ersten Fall.

Mein Saison-Tipp: Im Juni, wenn die Schneeschmelze die Ache speist, führen die Fälle das meiste Wasser — dann stürzen sie am gewaltigsten zu Tal. Das ist der eindrucksvollste Moment des Jahres.

Und weil ich von „ganz nah dran" spreche: Eine Geschichte gehört dazu. Mein Sohn Tobias steht am liebsten fast ganz vorne bei den Steinen — dort spürt man die Gischt im Gesicht und merkt erst richtig, wie nah man dieser Naturgewalt ist; an heißen Tagen ist das die beste Erfrischung überhaupt. Eines vorweg, ganz wichtig: wirklich bis an die vorderste Kante sollte niemand — das Wasser hat enorme Kraft, und die nassen Steine sind dort spiegelglatt. Einmal ist Tobias ein Stück zu weit vorne ausgerutscht und hat eine perfekte Pirouette hingelegt — wir hatten einen Riesenschreck. Zum Glück ist nichts passiert (und mit Wasserfall und Regenbogen im Hintergrund sah es sogar ziemlich stylisch aus). Seither gilt bei uns die einfache Regel: festes Schuhwerk, ein, zwei Schritte Abstand zur Kante und immer ein Auge auf die Kinder. So bleibt dieser Platz genau das, was er sein soll — ein Moment, den man nicht mehr vergisst.

Leicht & familientauglich: die Touren mit Kindern

Wenn die Kinder mitkommen, sind das meine sicheren Bänke:

  • Rutschenweg am Wildkogel (Neukirchen): Mein Familien-Favorit, weil Wandern und Action zusammenkommen. Mit der Gondel hinauf, über den Panoramaweg in rund einer Stunde zur Mittelstation — mit Blick auf die Dreitausender der Hohen Tauern. Von dort führt der Rutschenweg hinab: zehn Edelstahl-Rutschen zwischen 22 und 53 Metern, eine sogar mit Freefall-Effekt. Rauf mit der Bahn, runter im Wechsel aus Gehen und Rutschen — das begeistert Groß und Klein. Vom Endpunkt beim Gasthof Stockenbaum sind es noch rund 45 Minuten zu Fuß ins Tal. (Ab 6 Jahren / 130 cm; Rutschen gratis mit dem Bahnticket.)
  • Kräuterlehrpfad & Bienenlehrpfad (Hollersbach): Im Hollersbacher Kräutergarten wachsen über 500 Pflanzen, und der Bienenlehrpfad erklärt an 22 Stationen die Welt der Honig- und Wildbienen. „Natur begreifen" im Wortsinn — Kinder lieben das, und es geht auch bei durchwachsenem Wetter.
  • Bachlehrweg ins Hollersbachtal zur Senninger Alm: Ein mit dem Österreichischen Wandergütesiegel ausgezeichneter Themenweg am rauschenden Bach entlang, rund 11,6 Kilometer und 450 Höhenmeter bis zur Senninger Alm auf 1.132 Metern — mit gemütlicher Einkehr und, praktisch, auch an unsicheren Tagen gut gehbar.

Für die ganz Kleinen, denen der Rutschenweg noch zu wild ist (er beginnt ab sechs Jahren), gibt es oben an der Wildkogel-Bergstation außerdem den flachen, kinderwagentauglichen Seenrundweg um zwei Speicherseen — knapp drei Kilometer in einer Dreiviertelstunde, mit Panorama bis zum Großvenediger und Einkehr an der Wildkogel-Alm.

Finkau & Durlassboden: mein mautfreier Geheim-Ausflug

Die meisten fahren über den Gerlospass und zahlen Maut. Was kaum ein Gast weiß: Von Wald Richtung Königsleiten kommt man über die alte Passstraße mautfrei hinauf. Oben liegen der Durlassboden-Stausee und der Gasthof Finkau — mit Kinderspielplatz, See, Streichelzoo und Eisbecher, alles bequem mit dem Auto erreichbar. Rund um den See gibt es kurze, einfache Spaziergänge. Für einen entspannten Familientag mit einem Sechsjährigen schlägt das jede ambitionierte Tour — und der Finkau-Parkplatz ist gleichzeitig der Ausgangspunkt für meine Lieblingshütte, dazu gleich mehr.

Meine zwei Lieblingshütten

Zwei Hütten machen für mich den Oberpinzgau aus:

Die Zittauerhütte am Wildgerlossee. Der Weg ab dem Alpengasthof Finkau ist mit 14 Kilometern und über 900 Höhenmetern kein Spaziergang — anspruchsvoll, aber jeder Schritt lohnt. Oben sitzt man am Bergsee, und vor einem stehen die Dreitausender Gabler und Dreiherrnspitze. Das ist Hochgebirge, wie man es sich erträumt: still, weit, und am Nachmittag spiegeln sich die Gipfel im See.

Die Gletscherblickalm am Plattenkogel. Bewirtet von Erich und Gabi, mit eigener Käserei, eigenem Bier und einem Streichelzoo für die Kinder — und, der Name verrät es, mit Blick auf die Gletscher des Wildgerlostals. Der Käse kommt aus der Hüttenküche, das Bier aus dem eigenen Sud, und die Kinder verschwinden beim Streichelzoo, während die Eltern die Aussicht genießen. Hierher komme ich auch privat.

Überhaupt gehört für mich die Einkehr zum Wandern dazu — eine Wanderung im Oberpinzgau ist nur halb so schön, wenn man nicht irgendwann mit dampfendem Kaiserschmarrn oder einer kräftigen Jause auf einer Almbank sitzt, die Schuhe auszieht und den Bergen beim Stillstehen zusieht. Ob Schönangerl am Wasserfall, Senninger Alm im Hollersbachtal oder die Almen im Habachtal: Die Hüttenwirte hier kochen noch selbst, und das schmeckt man.

Für Geübte: Kürsingerhütte, Klettersteig & Großvenediger

Wer höher hinaus will, steigt von Neukirchen über das Obersulzbachtal zur Kürsingerhütte auf — 6,5 Kilometer, 570 Höhenmeter, Ausgangspunkt ist der Parkplatz Hopffeldboden (kleine Tagesgebühr). Trittsicherheit ist hier Voraussetzung. Wer den Nervenkitzel sucht, nimmt statt des Normalwegs den Klettersteig zur Hütte — aber nur schwindelfrei, trittsicher und mit Seilsicherung. Das ist kein Spaß für zwischendurch, sondern eine echte Alpinunternehmung.

Die Kürsingerhütte vor den vergletscherten Gipfeln der Venedigergruppe

Und ganz oben thront der Großvenediger mit 3.657 Metern, der höchste Berg Salzburgs. Als Skitour im Mai ist er ein Traum — aber das ist hochalpines, vergletschertes Gelände, hier gehört ein Bergführer dazu, ohne Wenn und Aber. Generell gilt für die hohen Touren: Der Juni kann oben noch zu früh sein, weil bis weit in den Frühsommer Schnee liegt.

Smaragde, ein Wasserfall und ein stiller Bergsee

Drei weitere Touren lege ich Gästen ans Herz:

  • Smaragdweg im Habachtal (Bramberg): Ein leichter Talweg ins einzige Smaragd-Vorkommen Europas. An den Schürfstellen dürfen Kinder selbst nach den grünen Steinen suchen, unterwegs locken Enzianhütte, Alpenrose und Moa-Alm zur Rast. Bewirtschaftet ist hier etwa von Mitte Juni bis September.
  • Untersulzbach-Wasserfall (Neukirchen): Ein 80 Meter tief stürzendes Naturdenkmal — als kurze Familienrunde ab dem Gasthof Schütthof, oder weiter ins Tal zum Schaubergwerk Hochfeld, einem alten Kupferbergwerk.
  • Hintersee im Felbertal (Mittersill): Ein Gebirgssee auf 1.313 Metern, 1495 durch einen Bergsturz entstanden. Der Naturlehrweg mit zehn Tafeln umrundet ihn auf flachem Weg — ideal für einen ruhigen Nachmittag, wenn die Beine vom Vortag noch müde sind.

Der Hintersee im Felbertal bei Mittersill
Foto: Klaus Germann / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Tiere sehen: wo die Murmeltiere pfeifen

Die Frage höre ich oft. Meine ehrliche Antwort: Murmeltiere siehst du fast sicher auf dem Weg zur Kürsingerhütte — sie pfeifen schrill, wenn du ihnen zu nah kommst, und verschwinden blitzschnell im Bau. Wer es bequemer mag, macht einen Tagesausflug auf die Großglockner Hochalpenstraße zum „Murmeltierwirt"; das liegt zwar schon außerhalb unserer Region, ist aber ein lohnender Abstecher.

Praktisches aus Erfahrung

  • Beste Zeit: Mein Lieblingsmonat ist der Juli — die Almen sind offen, die Wege schneefrei, das Hochgebirge zugänglich. Den Juni liebe ich für die vollen Wasserfälle, sollte aber fürs Hochgebirge die Schneelage im Auge behalten. Der Mai gehört den Tourengehern (mit Führer).
  • Packen: Bei Hütten- und Höhentouren gehören Handschuhe, Mütze und warme Kleidung in den Rucksack, auch im Sommer — oben kann es jäh kalt werden. Und Regenschutz immer dabei, selbst bei der einfachsten Familienrunde. Das Wetter dreht hier schnell.
  • Parken & Maut: Der mautfreie Weg über die alte Passstraße (siehe oben) spart Geld; an den Wasserfällen und im Habachtal sind die Parkplätze kostenpflichtig. Wer eine Tour mit Bahnauffahrt plant (Wildkogel, Smaragdbahn), rechnet das Bahnticket dazu.

Ihr Basislager im Oberpinzgau

Das Schönste am Wandern hier: Man braucht kein Auto-Hopping zwischen Hotels. Von einer Ferienwohnung im Oberpinzgau aus erreichst du all diese Touren in 20 Minuten — morgens zu den Wasserfällen, nachmittags an den Hintersee, abends auf die Gletscherblickalm. Schau dich in Ruhe um, welcher der sechs Orte am besten zu deiner Wanderwoche passt: Krimml für die Wasserfälle, Neukirchen und Bramberg für die Wildkogel-Arena, Hollersbach und Mittersill für die ruhigen Täler, Wald für die Höhe rund um Königsleiten.

Stand der Weg- und Preisangaben: Sommer 2026. Öffnungszeiten und Gebühren bitte vor der Tour kurz prüfen — in den Bergen ändert sich das schon mal.

Wo ich hier übernachten würde

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Handverlesene Ferienwohnungen, die zu diesem Beitrag passen — geprüft auf Bewertungen, Lage und Gastgeber-Qualität. Buchung direkt beim Partner.

Chalet in der Nähe der Krimmler Wasserfälle

Chalet in der Nähe der Krimmler Wasserfälle

9.4 / 10
34 Bewertungen

10 Personen · 4 Schlafzimmer · ca. 137–220 €/Nacht

  • ·Lage: 550 m vom Ortszentrum Krimml, direkte Nähe zu den Krimmler Wasserfällen (Europas größtem Stufenwasserfall), Skibus 400 m
  • ·Größe: 130 m², 4 Schlafzimmer, 3 Badezimmer, für bis zu 10 Personen
  • ·Ausstattung: Private Sauna, großer Garten mit Terrasse, vollausgestattete Küche, 2 Gratis-Parkplätze, WLAN
  • ·Praktisch: Zillertal Arena 1,5 km, Supermarkt 340 m, Restaurants 300 m – alles fußläufig erreichbar

Was wir mögen

34 verifizierte Bewertungen mit einem Score von 9,4 ("Fantastisch") bei Gruppen machen dieses Chalet zur Top-Empfehlung für Gruppenreisen in Krimml. Die private Sauna, der großzügige Garten, 2 Parkplätze und die direkte Nähe zu den Krimmler Wasserfällen sind Alleinstellungsmerkmale. Gäste loben besonders die luxuriöse, geschmackvolle Einrichtung und den Bergblick.

Was du wissen solltest

Keine Haustiere erlaubt, Rauchen verboten. Keine Gruppen unter 25 Jahren und keine Feiern/Partys gestattet – das Chalet ist auf ruhige Gruppenaufenthalte ausgerichtet. Check-in 16–18 Uhr, Check-out bis 10 Uhr.

Hollersbach — Ferienwohnung am Wildgehege

Hollersbach — Ferienwohnung am Wildgehege

10.0 / 10
20 Bewertungen

6 Personen · 2 Schlafzimmer · ca. 100–160 €/Nacht

  • ·Reitlehen (Ortsteil Hollersbach), Ferienhaus Auschmiede
  • ·Direkt am Wildgehege — ideal für Familien mit Kindern
  • ·Panoramabahn KitzSki I 3 Automin., Nationalparkwelten 6 Automin.
  • ·85 m², Haustiere erlaubt, Trockner, Balkon mit Panoramablick

Was wir mögen

10 / 10 bei 20 Bewertungen. Einzigartiger Lagevorteil: direkt am Wildgehege, was für Familien mit kleinen Kindern unschlagbar ist. Bester KitzSki-Anschluss im Ort.

Was du wissen solltest

Genau 20 Bewertungen — gerade an unserer Schwelle. Listing noch jung. Kachelofen ist Deko, kein echter Ofen.

Ferienwohnung am Bauernhof

Ferienwohnung am Bauernhof

10.0 / 10
37 Bewertungen

6 Personen · 3 Schlafzimmer · ca. 130–200 €/Nacht

  • ·10/10 bei 37 geprüften Bewertungen
  • ·Echter Bauernhof in Wald im Pinzgau
  • ·Whirlpool, Lagerfeuer-Platz, Haustiere erlaubt
  • ·Nationalpark, Wasserfälle, Wildkogel jeweils ca. 7 Automin.

Was wir mögen

Perfekte Bewertung (10/10) auf echtem Bauernhof — das ist die Definition von handverlesen. Whirlpool und Lagerfeuer machen es für Großfamilien oder Freundesgruppen zur Wohlfühloase.

Was du wissen solltest

Wenige Innenraum-Fotos in der Vorschau. Keine Sauna.

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