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Ski alpin im Oberpinzgau: Wildkogel oder Zillertal Arena — wo du wirklich hin solltest

Die Frage bekomme ich jeden Winter: Welches Skigebiet denn nun? Und meine ehrliche Antwort lautet: Beide sind gut, und zwar für jedes Können. Aber sie sind unterschiedlich gut — und wenn man weiß, welcher Teil zu einem passt, wird aus einem soliden Skitag ein richtig guter.

Denn „Zillertal Arena" ist keine Einheit. Das Gebiet zerfällt für mich in vier Bereiche mit völlig eigenem Charakter, und der Unterschied zwischen ihnen ist größer als der zwischen manchen Skigebieten. Ich lebe hier und fahre alle vier regelmäßig. Hier ist meine Aufteilung.

Verschneite Pisten und Wald oberhalb von Königsleiten, Blick vom Plattenkogel
Foto: Schlipstraeger / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die vier Gesichter der Zillertal Arena

Insgesamt kommt die Zillertal Arena auf rund 150 Pistenkilometer und etwa 52 Anlagen, mit Höhen bis gegen 2.500 Meter. Das ist das größte zusammenhängende Skigebiet im Zillertal — und es reicht über zwei Bundesländer, von Salzburg nach Tirol.

Hochkrimml ist mein Tipp für Genussskifahrer, Familien und Einsteiger. Breite Pisten, nicht zu steil, entspanntes Fahren. Wer den Tag nicht als sportliche Prüfung versteht, ist hier genau richtig.

Königsleiten spricht ebenfalls Genussfahrer an, hat aber steilere Abfahrten im Angebot — bei ebenfalls breiten Pisten. Bei der richtigen Schneelage gibt es hier zudem Tiefschneeoptionen in relativ sicherem, pistennahem Gelände. Das ist der Bereich, in dem man sich steigern kann, ohne gleich ins ernste Gelände zu müssen.

Gerlos und Zell am Ziller liegen auf der Tiroler Seite und sind für mich vor allem eines: das Ziel eines Skiausflugs. Gerlos hat ein, zwei richtig tolle, aber anspruchsvolle schwarze Pisten und Tiefschneeraum — hier gilt uneingeschränkt: Lawinenwarnungen beachten. Zell am Ziller bietet breite, mittelsteile Pisten und ist die Belohnung, wenn man morgens in Krimml oder Königsleiten gestartet ist und sich quer durch die Arena gearbeitet hat.

Diese Skirunde ist übrigens der Grund, warum die Region für Skifahrer interessanter ist, als die Ortsnamen vermuten lassen: Man fährt nicht ein Gebiet ab, man reist durch mehrere.

Der Wildkogel: klein genug, um ihn zu mögen

Die Wildkogel-Arena zwischen Neukirchen und Bramberg ist das Familienskigebiet der Region. Rund 75 Pistenkilometer und 20 Anlagen, zwischen 820 und 2.150 Metern — also deutlich kompakter als die Zillertal Arena, dafür übersichtlicher.

Etwa 85 Prozent der Pisten sind blau oder rot, was die familienfreundliche Ausrichtung erklärt. Trotzdem findet man hier Pisten jeder Art, es gibt Tiefschneeoptionen, und für Fortgeschrittene wie für Anfänger ist etwas dabei. Ein großer Teil der Abfahrten liegt auf einem sonnigen Hochplateau in schneesicherer Höhe — das merkt man im Februar genauso wie im späten März.

Mit Kindern: die drei Bereiche, die bei uns funktionieren

Wenn meine Kinder mitkommen, fahren wir nach Hochkrimml. Drei Bereiche funktionieren dort verlässlich:

  • Filzstein-Tellerlift — der klassische Einstieg, ruhig und ohne Druck.
  • Filzstein Speedy — die nächste Stufe, wenn die ersten Kurven sitzen.
  • Duxer Bubble mit der Rennstrecke — und das ist der Bereich, den meine Kinder lieben. Eine Rennstrecke macht aus dem Üben ein Spiel, und plötzlich fährt man freiwillig zehnmal dieselbe Abfahrt.

Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte den Wildkogel ohnehin auf dem Schirm haben — nicht nur wegen der Pisten, sondern weil dort die 14 Kilometer lange Rodelbahn wartet. Ein Skitag, der mit einer Rodelabfahrt im Scheinwerferlicht endet, bleibt hängen.

Blick über das winterliche Königsleiten auf die Kitzbüheler Alpen
Foto: Miebner / Wikimedia Commons

Autobahn und Zauberwald: unsere Hausrunde

Wenn ich mit meinem Sohn Tobias unterwegs bin, fahren wir fast ausschließlich am Filzstein-Speedy-Sessellift. Immer dieselbe Runde. Würden wir einen ganzen Tag durchfahren, hätten wir vermutlich eine tiefe Spur in die Piste gezeichnet — und ihm wird es trotzdem nicht langweilig. Weil die Runde für ihn keine Abfahrt ist, sondern eine Strecke mit Kapiteln, und die haben Namen.

Wir starten an der Bergstation und halten uns rechts neben der Piste, bis zur Einfahrt Handlalm. Was dann kommt, heißt bei Tobias die „Autobahn" — und irgendwie stimmt das: Die Verbindung von der Filzsteinpiste hinüber zur Handlalm und gleich wieder zurück Richtung Filzstein ist breit wie eine Straße, und alles geht in Schuss. Kein Bremsen, kein Nachdenken, einfach laufen lassen.

Danach biegt er sofort in den „Zauberwald" ab: ein kleines Waldstück, das von der blauen Piste wegführt, durch die Bäume und über die Querung des Funparks hinüber zur roten Piste. Durch den Park fahren wir nicht — wir kreuzen ihn nur. Für den Zauberwald braucht es also niemanden, der auf Kicker steht.

Und die letzten Meter zur Talstation? Die legt er grundsätzlich in der Hocke zurück. Jedes Mal.

Das ist der Punkt, an dem ich Eltern gern abhole: Man braucht für einen guten Skitag mit Kindern keine 150 Pistenkilometer. Man braucht einen Lift, eine Runde mit Wiedererkennungswert und ein Kind, das den Abschnitten eigene Namen gibt. Nebenbei hat man vom Handlalm-Bereich beim Alpengasthof Filzstein einen der schönsten Blicke der Region — hinüber zu den Krimmler Wasserfällen und ins Achental.

Anstehen? Fast nie — mit einer Ausnahme

Das ist einer der Gründe, warum ich hier gerne fahre: In Hochkrimml und Königsleiten ist praktisch alles mit sehr geringen Wartezeiten machbar. Man verbringt den Tag auf der Piste, nicht in der Schlange.

Die eine Ausnahme, die man kennen sollte: der Plattenkogellift in Hochkrimml. Zu bestimmten Tageszeiten wird es dort deutlich voller, weil viele Skifahrer von Gerlos zurück nach Hochkrimml wollen und sich das an dieser Stelle bündelt. In Gerlos und Zell am Ziller ist generell mehr los als auf der Salzburger Seite.

Meine Strategie dagegen ist simpel und funktioniert seit Jahren: antizyklisch fahren. Vormittags Richtung Gerlos, wenn alle anderen noch in ihren Heimatgebieten unterwegs sind — und dann nicht zu spät zurück. Wer den Rückweg auf den letzten Drücker antritt, steht genau in der Welle, die man vermeiden wollte.

Frisch präparierte Piste am Plattenkogel mit Liftstütze im Morgenlicht
Foto: Lukas Budimaier / Unsplash

Der Abstecher, den fast niemand macht

Wo wir gerade beim Plattenkogel sind: Hier kommt der Tipp, den ich sonst nur weitergebe, wenn jemand danach fragt.

Von der Bergstation Plattenkogel in Hochkrimml — dem Bereich, den man auch als Gerlosplatte kennt — sind es nur 200 bis 300 Meter zu Fuß hinauf zum Gipfelkreuz. Wenige Gehminuten, mehr nicht. Die Ski nimmt man einfach mit, stellt sie oben ab und fährt anschließend direkt von dort weiter.

Was einen da oben erwartet, ist der schönste Rundblick der ganzen Region: hinunter ins Salzachtal, hinüber zu den Hohen Tauern samt Krimmler Wasserfällen und auf der anderen Seite die Zillertaler Alpen. So viele Dreitausender auf einen Blick sieht man selten — und praktisch nirgends nach einem Fußweg von fünf Minuten in Skischuhen.

Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ausblick. Wer einmal oben war, macht es jedes Mal wieder.

Einkehren: die Ofenkartoffel, für die es sich lohnt

Meine Empfehlung ist eindeutig die BergGeistAlm in Hochkrimml — viele kennen sie noch unter ihrem früheren Namen „Georgs Treff". Was man dort bestellt: Ofenkartoffel, in ihren verschiedenen Varianten. Das klingt unspektakulär und ist genau deshalb gut.

Und wenn das Wetter kippt — Sturm, Nebel, Nassschnee —, dann ist die ehrliche Antwort ohnehin: einkehren. Man muss nicht jeden Tag durchziehen. Die Hütte ist bei schlechter Sicht die bessere Piste.

Anreise und Parken

In Hochkrimml kostet das Parken nichts, und Plätze sind ausreichend vorhanden. Das ist ein handfester Vorteil, den man erst schätzt, wenn man ihn anderswo vermisst hat.

In Königsleiten und Neukirchen kann es dagegen auch mal knapp werden — dort lohnt es sich, früher da zu sein oder auf die Verbindungen zu setzen.

Ein Skipass für beide Gebiete

Das ist der Punkt, der die ganze Wildkogel-oder-Arena-Frage entspannt und den erstaunlich wenige Gäste kennen: Ab zwei Tagen gilt der Skipass der Zillertal Arena — ebenso der Zillertaler Superskipass — auch in der Wildkogel-Arena. Man muss sich also gar nicht entscheiden. Hochkrimml, Königsleiten, Gerlos, Zell am Ziller und der Wildkogel stehen mit einer Karte offen.

Der Haken: Für die Tageskarte gilt das nicht. Wer nur einen Tag fährt, bleibt in dem Gebiet, in dem er gekauft hat.

Dazu ein Bonus, der oft untergeht: Zwischen Neukirchen, Wald, Krimml und Königsleiten fährt man mit gültigem Skipass kostenlos mit dem Skibus. Das Auto kann also stehen bleiben.

Vormittags Ski, nachmittags Rodel — mit derselben Karte

Daraus lässt sich ein Tag bauen, den ich gerne empfehle: vormittags in der Zillertal Arena fahren, dann hinüber zum Wildkogel und die 14 Kilometer lange Rodelbahn hinunter.

Das geht tatsächlich mit einer Karte — wenn man eine Uhrzeit im Kopf behält: Der Skipass deckt die Auffahrt zur Rodelbahn bis 16:15 Uhr. Wer später hinauf will, braucht ein eigenes Rodelticket. Die Abfahrt darf dagegen ruhig ins Dunkle fallen, die Bahn ist bis 22 Uhr beleuchtet. Man muss also rechtzeitig oben sein, nicht rechtzeitig unten.

Praktisch heißt das: gegen 15 Uhr das Skifahren beenden, hinüberwechseln, die letzte Bergfahrt nehmen — und im Scheinwerferlicht hinunterrodeln. Wer entspannter plant oder erst am Abend losfahren will, kauft das Rodelticket und ist an keine Uhrzeit gebunden.

Skiverleih und Skischule

Hier halte ich mich bewusst zurück: Es gibt zahlreiche gute Möglichkeiten in allen Orten, und ich habe keinen Grund, einen Anbieter über den anderen zu stellen. Wer im Ort wohnt, findet den Verleih meist in Gehweite.

Für wen ist die Region nichts?

Ehrlich gesagt: für kaum jemanden. Das Gebiet deckt jedes Können ab — vom ersten Tellerlift bis zur anspruchsvollen schwarzen Piste mit Tiefschnee daneben.

Und selbst wer gar nicht Ski fährt, hat hier genug zu tun: die Rodelbahn, Winterwanderwege, der Nationalpark vor der Tür. Ich kenne wenige Regionen, in denen der Nicht-Skifahrer in der Gruppe so wenig Kompromisse machen muss.

Wo wohnen?

Wer die ganze Zillertal Arena befahren will, wohnt am besten in Krimml oder in Wald mit dem Ortsteil Königsleiten — von dort ist man ohne Autofahrt im Gebiet und startet die große Runde direkt vor der Haustür. Wer es familiärer und kompakter mag, ist in Neukirchen oder Bramberg am Wildkogel richtig.

Ferienwohnungen sind in beiden Fällen die entspanntere Wahl: Skisachen trocknen, selbst kochen, wenn die Kinder früher müde sind — und morgens losfahren, wann man will.